Verrücktes aus aller Welt 

(Stand 10.2.2000)

Es gibt ja nichts, was es nicht gibt, daher kommt hier all dieser Unsinn an, von Mann beißt Hund bis Michael Jacksons Nase.

- 2,3 Milliarden Stunden Warten !!!!!  (Wunderwelt des Internet!)
Hatten Sie schon jemals den Wunsch gehabt, ihren Computermonitor mit beiden Händen fassen und einmal kräftig durchschütteln zu wollen?
Erwischen Sie sich manchmal dabei, wie Sie während einer Online-Sitzung Ihren Bildschirm anschreien und dabei unkontrolliert, aber kräftig auf die Tastatur hacken?  Eines können wir mit Sicherheit sagen: Frustration ist im Internet ein individuelles Gefühl.  Systemabstürze aufgrund der Tobsüchtigkeit und fehlenden Professionalität von Web-Designern werden gemeinhin als persönliches Schicksal empfangen.  Zum Glück - das weltweite Computernetz wäre andernfalls längst zur Reklamationsware geworden.
Die Gefahr, der sich das Intemet jetzt ausgesetzt sieht, ist vielmehr volkswirtschaftlicher Natur.  Das Netz der Netze ist durch die fortwährende Ausdehnung zu einem gewaltigen Zeitfresser geworden.  Der Teufel liegt im Detail, wie es eine Studie der Web-Agentur "NetRatings" beweist: Der Internet-Surfer wartet im Durchschnitt 15 Sekunden, bis sich eine WWWSeite geladen hat. 36,2 Seiten betrachtet er pro Tag.  Das entspricht einer jährlichen Wartezeit von 55.05 Stunden pro Person.  Geht man nun wie die konservative"NetRatings"-Schätzung von 43,1 Millionen Menschen aus, die privat im Internet surfen, so ergeben sich daraus 2,37 Milliarden Stunden, die für jährliches Warten im Internet verschwendet werden.
Wir wollen hier nicht Berechnungen nachgehen, wieviel Brücken oder Kindergärten in dieser Zeit gebaut werden könnten.  Und das Bruttosozialprodukt, wie es durch Zeitverschwendung leidet!  Ein kleines Programm bietet jedoch Soforthilfe an.  Sobald eine Homepage mit Verzögerung geladen wird, öffnet "Zing" (www.zing.com) ein Fenster und vertreibt die Zeit mit Französisch und Spanisch-Lektionen - und natürlich mit Werbung. (die Welt, 15.8.98)

- In Columbus (Ohio , USA), verurteilte ein Richter ein Frau, die “oben ohne” ihren Rasen gemäht hat. Die Strafe von 40 Dollar muß sie allerdings nicht für ihre Freizügigkeit zahlen, sondern dafür, daß sie mit dem Rasenmäher über die Straße zu ihrem Nachbarn gelaufen ist. In Ohio sind Rasenmäher auf der Straße verboten. (Welt, 17.1.98)

- 100.000,- DM Gewinne und Autos sind offenbar ausgereizt. Ganz neue, unmaterialistische Wege geht der Sender 104,6 RTL: er verlost einen Sietensprung mit Unbekannt.!!!???

- ZU GUTER LETZT: In der Schriftformn gibt es in der Stadt Eutin (Schleswig-Holstein) nur noch Frauen. Die Stadtvertretung hat eine Hauptsatzung beschlossen, in der nur noch die weibliche Schreibweise von Ämtern auftaucht: Bürgermeisterin,Stadtvertreterin, Bürgervorsteherin, Einwohnerinnen; selbst der Chef der Feuerwehr heißt nun offiziell. Gemeindewehrführerin. Eutins männliche Bürgermeisterin, Gernot Grimm, sagte der WELT, einstimmig hätten sich die Stadtvertreterinnen dafür ausgesprochen "dämit kein Geschlecht benachteiligt wird". Die Nennung beider Geschlechterformen mache Gesetze und Verordnungen "doch sehr unleserlich ", sagte Grimm, räumte aber ein, in der Praxis würde er gern weiter "Herr Bürgermeister" genannt werden.
 

- Und noch mehr zu unserer Sprache - traurig aber wahr:

Wissen Sie etwa nicht, was ein nice light ist?
Bei einem Bummel durch die Stadt ist mir dieser Tage ins Auge gesprungen woran man sich schon zu gewöhnen beginnt. Gibt es eigentlich irgendwo in deutschen Landen noch eine Bäckerei? Oder heißen jene Geschäfte, in denen man Brot und Brötchen kaufen kann alle schon "back-shops"? Die althergebrachte Parfümerie existiert auch nicht mehr. Moderne Menschen treffen sich am "beauty point" und lassen sich Düfte um die Nase blasen, die natürlich zu einem "nice price" verkauft werden. Das ist vielleicht ganz nett, aber noch netter wird es, wenn man sich in einem Kaufhaus nach einer Lichtgirlande erkundigt. Dann heißt es ganz selbstverständlich: "Ah, Sie meinen'das nice light." Als wäre Deutsch eine Fremdsprache, die erst mal übersetzt werden muß: Man fühlt sich ertappt und gesteht errötend, daß man eben das gemeint habe. Überhaupt sind die Kaufhäuser Vorreiter, was moderne Sprache angeht. Denn hier kann man auch den "Jeans store" besuchen und Young fashion". bewundern. Am schönsten ist es, einen Rundgang durch den "More and More-Shop" zu unternehmen. Da gibt es auch nicht mehr als anderswo. Hat man den "More and More-Shop" überstanden, wartet die "Media-World` auf die willigen Konsumenten. Hier gibt es Bücher. Aber Bücher" - welch ein schlichter und noch dazu deutscher Ausdruck! In der "Media-World" ist schließlich auch das "Surf-inn" zu begutachten, und vergessen wir nicht den beliebten "Handy Shop". Ernüchtert verlassen wir die Kaufhauswelt. Doch auch auf der Straße erwartet uns sprachliche Unbill. Sonderangebote werden im Schaufenster groß mit "Sale" angepriesen; gern wird "Men's knitwear" verkauft, und "OutdoorJacken" sind in Moment ganz besonders "in". Ich habe es schon lange vermutet, jetzt aber bin ich sicher: Deutschland liegt direkt neben Arizona, es ist der 51 Bundesstaat der USA. Kürzlich ist eine Ausstellung eröffnet worden unter dem Titel "East meets west". Bitte ein Beweis mehr! Mitunter werden auch so schöne Dinge wie "Roundups" veranstaltet. Mir ist entgangen, um was es sich dabei handelt, aber rund wird es schon zugegangen sein. Wenn die Stadt den Jugendlichen Veranstaltungen anbietet, dann unter dem Titel "Hot times for cool days". Auch Modeschöpfer, früher nannte man sie noch Schneider, betätigen sich heute gern als Sprachschöpfer. In einem Interview hat die Hamburgerin Jil Sander folgende Formulierung kreiert: Ihr Leben sei "eine giving story", sie habe verstanden, daß man contemporary sein" und "das Future-Denken haben muß". Aber sollen wir uns damit zufriedengeben? Mit einem bißchen Future-Denken aus der Modebranche? Ich plädiere für selbstschöpferische Weiterentwicklung der deutschen Sprache in die Kunstsprache Denglisch, eine Mischform aus Englisch und Deutsch, wobei freilich das Englische Vorrang haben muß, denn schließlich will man ja verstanden werden. Im folgenden ein paar Anregungen, wie die deutsche Umgangssprache weiter bereichert werden kann: Kirchenbesuche sollten in Zukunft church-ins" heißen; Politiker als "polit-actors" bezeichnet werden. Literarische Lesungen firmieren natürlich als "read-ons". Das altmodische Wort Bahnhof wird gestrichen. "railway station" klingt viel fortschrittlicher, zumal es bereits in den althergebrachten deutschen Bahnhöfen den "ServicePoint" gibt. Die Post sollten wir nicht länger als Amt bezeichnen, sondern besser als "Office ; das hört sich dann so richtig contemporary an, stimmt's? Gnade, ich meine natürlich Mercy, für die Sprachverhunzer sollten wir nicht länger gewähren. Sonst sitzen unsere Kinder demnächst vor einem Gedicht von Heinrich Heine und staunen, in welch einer merkwürdigen, schönen, aber leider völlig unverständlichen Sprache es geschrieben ist. LOTHAR SCHÖNE (Die Welt 27.3.1998)

Das Büro - ein schöner Ort, um sich die Zeit zu vertreiben:

BüroarbeitBüroarbeit die 2te
 
 


 
 
 

... hier geht es nun weiter, Sammlung Teil 2 und 3:

und nun die Neuigkeiten ( noch in der Entwicklung): ..........und hier gehts wieder nach oben ! ...und wenn es wichtig ist, muß es raus; Anregungen, Ergänzungen, Gedichte, Zitate E-Mail:E-Mail Hagen Wolf

...einige wahnsinnig wichtige Verbindungen: